Veranstaltungen 2021

16. April 2021

Online Tagung: Regionale Konflikte und internationale Konfliktlösungsinstrumente, am Beispiel Ukraine und Belarus (Weißrussland)

Termin: 16. April 2021, 15.00 Uhr

Ort: online via zoom

Kooperationspartner: Akademie für Politische Bildung, Tutzing

Die politischen Entwicklungen in Ukraine und Belarus sind nicht nur für die Stabilität der Region und die Situation der Bevölkerung von großer Bedeutung - sie betreffen gesamteuropäische Sicherheitsinteressen. Die Zukunft politischer Systeme wird nicht umfassend demokratisch und partizipial verhandelt, Proteste werden niedergeschlagen. Zusätzlich belasten Russlands außen- und regionalpolitische Interessen Entwicklungen in Osteuropa. Aus lokalen Krisen werden regionale Konflikte.


4. März 2021

Gemeinnützige Projekt-Rallye

Termin: Donnerstag, 4. März, 19.00 Uhr (Online-Veranstaltung)

Ort: online via zoom

Mit Mitteln der Jahre 2020 und 2021 unterstützen wir als DGVN Bayern je ein gemeinnütziges Projekt und haben hierfür jeweils 600 Euro ausgelobt. Unsere Mitglieder und Freunde wählten am 4. März nach der von Anne Schilling moderierten Online-Präsentation sechs ausgewählter Projekte die beiden Gewinner: Hayati Karamati e.V., Gilching: Schulprojekte im kriegserschütterten Jemen und TU eMpower Africa e.V., München: Energy-Water-Food-Systeme für Subsistenzlandwirte in Subsahara-Afrika.

Wir gratulieren und freuen uns, die verdienstvolle Arbeit der beiden Organisationen fördern zu dürfen!

Natürlich sind Sie auch herzlich eingeladen, an alle Projekte zu spenden. Die Präsentationen können unten angeklickt und eingesehen werden, es sind auch die Adressen und Konten der Organisationen angegeben.

Dar Assalam (Haus des Friedens), Tübingen/Wardaniyeh (Libanon)

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Die verheerende Explosion im Hafen von Beirut am 4. August 2020 führte zu 150 Toten, Tausenden    Verletzten, 300.000 Obdachlosen und Milliarden Euro Sachschaden. Vom libanesischen Staat ist wenig zu erwarten. Das Begegnungszentrum Dar Assalam öffnet sein Haus als Notherberge für obdachlose Frauen und  Mädchen – sie  gehören zu den Verletzlichsten unter den Opfern. Außerdem werden in Zusammenarbeit mit den konfessionsübergreifenden NROs „Kafa“ und „Libanesische demokratische Frauenvereinigung“ in Not geratene Frauen finanziell und beim Wiederaufbau unterstützt.

Hayati Karamati e.V., Gilching

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Hayati Karamati e.V. (auf Deutsch: „Mein Leben. Meine Würde“) ist ein gemeinnütziger Verein, der 2017 zur Unterstützung der Opfer des Jemenkrieges gegründet wurde. Mit seinen Schulprojekten ermöglichen er Kindern und Lehrern im Jemen ein Stück Normalität und Hoffnung im Kriegsalltag –durch Hilfe zur Selbsthilfe. Die katastrophale Auswirkungen des Jemen-Kriegs auf die lokale Bevölkerung sind bisher noch weitgehend abseits des Bewusstseins der internationalen Gemeinschaft.

Menschen für Menschen, München/Addis Abeba (Äthiopien)

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„Menschen für Menschen“ ist die 1981 gegründete Äthiopienhilfe des Schauspielers Karlheinz Böhm, die er bis 2011 selbst leitete. Grundprinzip der Stiftung ist es, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Das vorgestellte Projekt beinhaltet Ausbildungsangebote für Jugendliche in ländlichen Regionen, z.B. in Obst- und Gemüseanbau, Handy- und TV-Reparaturen, Kfz-Technik, Maurerarbeiten, Plastikrecycling, Weberei, Back-, Kochhandwerk- und Restaurantbetrieb, Gewürzverarbeitung und -verkauf. Damit sollen sie befähigt werden, künftige Unternehmer und Arbeitgeber zu werden.

TU eMpower Africa e.V., München

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Der gemeinnützige Verein bringt Studenten, Forscher, Alumni und Freunde der Technischen Universität München zusammen und setzt Forschung zu nachhaltiger Entwicklung in die Realität um. Seine Energy-Water-Food-Systeme versorgen Subsistenzlandwirte in ländlichen Gemeinden in Subsahara-Afrika mit zuverlässiger Energie und Wasser und steigern so die Nahrungsmittelproduktion vor Ort. Das erste Projekt wurde in Simbabwe umgesetzt.

Welternährungsprogramm - Share The Meal, Rom

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Share the Meal ist die weltweit erste Spenden-App des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen, mit der Nutzer direkt Geld an notbedürftige Kinder spenden können. Die Spenden über die Share The Meal App unterstützen verschiedene Einsätze wie Schulernährungsprogramme oder Nahrungsmittelunterstützung in Notfallsituationen. Seit dem Start der App 2015 konnte Share the Meal so den größten Hungerkrisen der Welt im Jemen, in Syrien und in Nigeria entgegenwirken.

Zeltschule e.V., München

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Im libanesisch-syrischen Grenzgebiet leben hunderttausende syrischer Flüchtlingskinder am Existenzminimum in provisorischen Zeltstädten ohne Zugang zu Bildung. Zeltschule e.V. baut Schulen und unterrichtet die Kinder dort mithilfe von syrischen Lehrern, die ebenfalls auf der Flucht sind und in den Camps leben. Darüber hinaus versorgt der Verein die Familien auch mit Lebensmitteln und übernimmt die medizinische Versorgung der Kinder.


16. Januar 2021

Interview zur Lage in Äthiopien und dem Sudan

Telefoninterview mit dem Hamburger Politikwissenschaftler Dr. Axel Krohn

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Der äthiopische Premierminister Dr. Abiy Ahmed wurde mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, nachdem er im Juli 2018 Frieden mit dem einstigen Kriegsgegner Eritrea geschlossen hatte. Auch beendete er den bewaffneten Konflikt mit Rebellenbewegungen, ließ politische Gefangene frei und sorgte für eine Aufarbeitung der Menschenrechtsverletzungen der Vorgängerregierungen. Doch seit dem 4. November geht er mit harschen Militäroperationen gegen die abtrünnige Provinz Tigray vor und ist nicht zu Verhandlungen bereit.

Im Nachbarland Sudan erzwang eine große Protestbewegung im April 2019 die Absetzung des jahrzehntelangen Potentaten Umar al-Baschir. In der Provinz Darfur wurden Friedensabkommen mit noch kämpfenden Rebellenbewegungen geschlossen, und zum Jahreswechsel 2020/21 wurde die Blauhelmmision United Nations African Union Hybrid Mission in Darfur (UNAMID) durch die von dem Deutschen Dr. Volker Perthes geführte politische Mission United Nations Integrated Transition Assistance Mission in Sudan (UNITAMS) im ganzen Land ersetzt. Mit einem breiten Mandat soll sie den Reformprozess unterstützen.

Wie ist die momentane Lage in beiden Ländern, wie sind die Zukunftsperspektiven? Welche Möglichkeiten haben die Vereinten Nationen, um eine Befriedung in Äthiopien und eine Demokratisierung im Sudan zu unterstützen? Und wie wird sich Covid-19 in der Region auswirken?

Dr. Martin Pabst führt ein Gespräch mit dem Hamburger Politikwissenschaftler Dr. Axel Krohn. Als langjähriger Dozent und Fachgebietsleiter für internationale Beziehungen und Sicherheitspolitik der Führungsakademie der Bundeswehr hat er regelmäßig Äthiopien und andere Länder in Ostafrika, wie den Sudan, bereist.

Dr. Axel Krohn hat an der Universität Hamburg Politikwissenschaft und Volkswirtschaft studiert und wurde dort 1988 promoviert. Vor seiner Tätigkeit an der Führungsakademie der Bundeswehr war er German Senior Advisor am Sekretariat des Ostseerats, Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektleiter an der Christian-Albrechts-Universität Kiel sowie Senior Researcher am Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) in Schweden.