Aktuelle Veranstaltungen

Der DGVN Landesverband Bayern bietet regelmässig Veranstaltungen für seine Mitglieder und interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger an. Mitglieder erhalten automatisch Informationen über die Aktivitäten des Landesverbandes. In der Regel sind alle Veranstaltungen kostenfrei.


"Der Kaschmir-Konflikt – einer der ältesten ungelösten Konflikte"

Vortrag von Professor Dr. Martin Sökefeld (LMU)

Termin: Donnerstag, 28. März 2019, 19.00 Uhr

Ort: Internationales Begegnungszentrum der Wissenschaft (IBZ), Amalienstr. 38, 80799 München (U-Bhf. Universität, Linien U3/U6)

Jammu und Kaschmir ist einer der ältesten ungelösten internationalen Konflikte. Sein Ausbruch fällt in die Zeit des Rückzugs Großbritanniens vom indischen Subkontinent. Als Reaktion auf eskalierende innere Auseinandersetzungen rückten im Oktober 1947 von Pakistan unterstützte Freischärler nach Jammu und Kaschmir ein, dessen Bevölkerungsmehrheit muslimisch ist. Der regierende Maharadscha, ein Hindu, bat daraufhin Indien um militärische Unterstützung und entschied sich für den Anschluss des Fürstenstaats an Indien. Die vom VN-Sicherheitsrat empfohlene Volksabstimmung wurde nie durchgeführt. Bis heute ist Jammu und Kaschmir geteilt.

(Beobachter der United Nations Military Observer Group in India and Pakistan (UNMOGIP) an der “Line of Control”. Foto: UN Photo/Evan Schneider)

Seit an die 70 Jahren ist die United Nations Military Observer Group in India and Pakistan (UNMOGIP) tätig, inzwischen die zweitälteste Friedensmission der Vereinten Nationen. Der Konflikt um Jammu und Kaschmir löste mehrere Kriege zwischen Indien und Pakistan aus. Auch kommt es immer wieder zu Aktionen von Freischärlern bzw. Terrorgruppen.

Professor Dr. Martin Sökefeld ist Ordinarius für Ethnologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er hat Ethnologie, Philosophie und Romanistik an der Universität Köln studiert, wurde an der Universität Tübingen promoviert und an der Universität Hamburg habilitiert. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen Politik, „Natur“-Katastrophen, Identitätstheorie, Migration, Diaspora und Transnationalismus sowie der Islam. Sein regionaler Schwerpunkt ist Südasien, besonders Pakistan und Kaschmir. Regelmäßig forschen er und Studierende seines Lehrstuhls in der Region.

In seinem Vortrag wird Professor Sökefeld einen Überblick in den schon vor 1947 beginnenden Konflikt geben, die aktuelle Lage aufzeigen und den Blick in die Zukunft richten. Danach wird sich eine Diskussion anschließen, die sich auch mit den Handlungsmöglichkeiten der Vereinten Nationen  befassen wird.

 

„Die Vereinten Nationen in der Krise des Multilateralismus. Eine realistische Analyse ihrer Möglichkeiten gestern und heute“

Vortrag von Brigadegeneral a. D. Helmut W. Ganser

Termin: Montag, 28. Januar 2019, 19.00 h

Ort: Internationales Begegnungszentrum der Wissenschaft (IBZ), Amalienstr. 38, 80799 München (U-Bhf. Universität, Linien U3/U6)

Am 1. Januar 2019 wird Deutschland nichtständiges Mitglied im Weltsicherheitsrat. Die Bundesregierung wird damit unmittelbarer mit globalen Machtfragen konfrontiert sein und sich bei schwierigen Abstimmungen zwischen Bündnissolidarität und eigenen normativen Vorstellungen entscheiden müssen. Denn die Kontroversen zwischen den drei Großmächten im Sicherheitsrat nehmen zu, der Ton wird rauer, der politische diplomatische Interessenausgleich wird durch stärkere Nationalismen erschwert.

Die Vereinten Nationen verlieren in der anhaltende Krise des politisch-diplomatischen Multilateralismus an Gewicht und büßen damit ihre entscheidende Ausgleichsfunktion zwischen den Industrienationen und der großen Mehrheit der Länder des globalen Südens. Ihre Handlungsfähigkeit im Bereich von Frieden und Sicherheit nimmt ab, die VN sind mit einigen Peacekeeping-Operationen bereits überfordert. Bilaterale Verhandlungsformate und Foren wie G 7/8 und G 20 versuchen außerhalb der VN globale Fragen anzugehen. Dieser Entwicklung steht der dringende globale, multilaterale Handlungsbedarf im Rahmen der Weltorganisation entgegen, vor allem im Hinblick auf die Folgen der Globalisierung, des Bevölkerungswachstums, der Klimaveränderungen, der Kriege und Konflikte, sowie von Flucht und Migration.

Eine Stärkung der Vereinten Nationen liegt im deutschen und europäischen Interesse. Gibt es „Wege in der Gefahr“, auf denen die Vereinten Nationen zur Abmilderung der sich auftürmenden globalen Probleme beitragen können?

Der Referent Brigadegeneral a.D. Helmut W. Ganser hat 1995 -1996 als militärpolitischer Berater des deutschen ständigen Vertreters bei den VN an zahlreichen Sitzungen des VN-Sicherheitsrats teilgenommen und eigene Erkenntnisse gesammelt. Er lehrt an verschiedenen Institutionen u. a. zu VN-Themen, insbesondere zur Arbeit des Sicherheitsrates.

(Bildnachweis: UN Photo/Ryan Brown)